Im April 2026 startete unsere Wanderreise nach Lykien mit einer Gruppe von 20 Teilnehmern. Voller Vorfreude ging es am Mittag ab dem Flughafen Düsseldorf los, von wo aus wir gemeinsam in Richtung der türkischen Südküste flogen. Nach einem angenehmen Flug erreichten wir die sonnige Region rund um Antalya.
Am Flughafen wurden wir von unserem Reiseleiter Kadir herzlich empfangen, der uns während der gesamten Reise kompetent begleiten sollte. Gemeinsam ging es anschließend mit dem Bus – gefahren von unserem freundlichen Busfahrer Mustafa – entlang der Küste in Richtung unseres ersten Standorts. Unser Ziel war das Hotel in Tekirova, wo wir im La Marden Hotel & Spa eincheckten. Obwohl wir spät ankamen, wurden wir direkt mit einem leckeren Abendessen empfangen, das uns nach der Anreise gut tat und uns entspannt in die Reise starten ließ.
In den folgenden fünf Tagen standen unsere Wanderungen im Mittelpunkt. Jeden Tag führte uns eine neue Etappe an einen anderen Ort und brachte neue Eindrücke von Landschaft und Kultur, wodurch die Gruppe schnell zusammenwuchs.
Die erste Wanderung führte uns von Tekirova nach Phaselis und setzte direkt einen eindrucksvollen Auftakt. Zunächst ging es durch das Landesinnere entlang eines Flusslaufs, bevor wir die Küste erreichten. Nach einer Pause in Phaselis setzten wir die Wanderung fort – nun entlang der Küste mit traumhaften Ausblicken auf das türkisblaue Meer.






Erst nach dieser Rast setzten wir unsere Wanderung entlang der Küste fort. Dieser Abschnitt war dann der eigentliche Höhepunkt des Tages: traumhafte Ausblicke begleiteten uns Schritt für Schritt, und das türkisblau schimmernde Meer lag in voller Pracht neben uns. Die Kombination aus Küstenlinie, Felsen und glitzerndem Wasser machte diesen Teil der Strecke besonders eindrucksvoll.



Die zweite Wanderung führte uns die Route zu den berühmten Flammen der Chimäre bei Yanartaş (Chimaira). Zunächst ging es angenehm eben durch einen schönen Wald und über einen Fluss, den wir nur über eine von anderen Wanderern selbst gebaute Brücke aus Baumstämmen überqueren konnten – ein kleines Abenteuer gleich zu Beginn.
Danach führte der Weg stetig bergauf durch den Wald, meist mit dem Fluss im Blick. Auf dem höchsten Punkt angekommen, sahen wir die ersten natürlichen Flammen und waren beeindruckt von diesem besonderen Naturschauspiel. Diese sogenannten „ewigen Flammen“ entstehen durch aus dem Boden austretendes Erdgas, das sich beim Kontakt mit Sauerstoff selbst entzündet und so dauerhaft brennende Feuerstellen bildet – ein seltenes Naturphänomen, das seit der Antike bekannt ist.
Beim Abstieg begleiteten uns die Flammen immer wieder entlang des Weges. Erst als der Pfad steiniger und felsiger wurde, gab es einen Abschnitt ohne Feuerstellen. Unten angekommen erreichten wir ein großes Plateau, auf dem die Flammen der Chimäre noch einmal besonders eindrucksvoll zu sehen waren.
Anschließend brachte uns der Bus zu einem Restaurant, wo wir frisch gefangene Forellen serviert bekamen. Das Essen war ein gelungener Abschluss dieses abwechslungsreichen und eindrucksvollen Wandertages.









Am Tag unserer dritten Wanderung erwartete uns ein volles Programm. Zunächst stand eine Wanderung entlang der lykischen Küste auf dem Programm. Ausgangspunkt war der antike Hafen von Andriake. Von dort aus starteten wir unsere etwa 6 km lange Tour in Richtung Kapaklı.
Der Weg führte uns über einen schmalen Ziegenpfad, der sich teilweise direkt entlang der steilen Küste schlängelte und uns immer wieder weite Ausblicke auf das Mittelmeer bot. Auf halber Strecke legten wir eine ausgiebige Pause am Çağıllı Plajı ein. Die abgelegene Bucht mit ihrem glasklaren Wasser bot die perfekte Gelegenheit, uns in der Sonne zu erfrischen, bevor wir den restlichen Weg fortsetzten. Die Umgebung war geprägt von einer ursprünglichen, landwirtschaftlich genutzten Landschaft; unterwegs begegneten wir Ziegen mit ihren Hirten sowie zwei Eseln, die den Pfad kreuzten. Trotz der anspruchsvollen, steinigen Strecke wurden wir durchgehend mit der Aussicht auf die zerklüftete Küstenlinie belohnt, bis wir schließlich Kapaklı erreichten.









Im Anschluss ging es mit dem Bus weiter nach Kaleüçağız. Von dort aus unternahmen wir eine Bootsfahrt zur versunkenen Stadt Kekova. Diese archäologische Stätte an der Nordseite der gleichnamigen Insel ist bekannt für ihre Ruinen, die durch Erdbeben teilweise in das Meer abgesunken sind. Vom Boot aus konnten wir die Überreste von Treppen, Fundamenten und alten Hafenanlagen direkt unter der Wasseroberfläche gut erkennen, was den ereignisreichen Tag abrundete.






Obwohl das Programm an diesem Tag bereits sehr umfangreich war, warteten zum Abschluss noch zwei besondere Highlights in Demre – dem heutigen Myra – auf uns. Die antike Stadt Myra lag genau dort, wo heute die Stadt Demre steht, weshalb der moderne Ort diesen historischen Bezug bis heute im Namen und in seiner Bedeutung widerspiegelt.
Zunächst besuchten wir die St.-Nikolaus-Kirche, eine bedeutende byzantinische Pilgerstätte. Besonders eindrucksvoll war der Sarkophag des Heiligen Nikolaus, der im 4. Jahrhundert als Bischof von Myra wirkte und als historische Figur später die Weihnachtsmann-Legende inspirierte.



Nur wenige Kilometer entfernt erkundeten wir anschließend die Ruinen von Myra. Dort beeindruckten vor allem die in den Fels gehauenen lykischen Gräber sowie das gut erhaltene römische Theater, das einen eindrucksvollen Einblick in die antike Geschichte und Baukunst der Region gibt. Auf der anschließenden Rückfahrt konnten wir die Eindrücke des Tages noch einmal auf uns wirken lassen, bevor uns am Abend wieder ein hervorragendes landestypisches Abendessen im Hotel erwartete.






Die vierte Wanderung unserer Reise führte uns zum beeindruckenden Göynük Canyon. Nach einer kurzen Anfahrt von Tekirova aus starteten wir bei bestem Wetter in den Tag. Der Weg verlief stetig am Wasser entlang, wobei das kristallklare Leuchten des Flusses unser ständiger Begleiter war. Ein besonderes Highlight der Strecke war die Überquerung der Hängebrücke, die dem Weg eine Prise Abenteuer verlieh.
Die Route selbst war mittelschwer und forderte uns durchaus: Es ging kontinuierlich bergauf, bis wir schließlich den Endpunkt erreichten und den Rückweg antraten. Obwohl der Wetterbericht den Regen erst für den Nachmittag angekündigt hatte, setzten die Schauer leider schon früher ein, genau als wir uns gerade auf den Rückweg gemacht hatten.
Doch dank der mitgeführten Regensachen und der milden Temperaturen blieb die Stimmung bestens. Als der größte Teil des Weges geschafft war, fanden wir einen trockenen Unterschlupf. Unter einem schützenden Dach belohnten wir uns mit warmem Tee, Kaffee oder frisch gepresstem Saft. Nach dieser gemütlichen Rast ging es weiter zum Bus und zurück ins Hotel. Eine heiße Dusche und ein weiteres warmes Getränk rundeten den Tag ab, den wir anschließend ganz entspannt ausklingen ließen.









Unsere fünfte und letzte Wanderung führte uns zu einem ganz besonderen Ziel: Termessos, eine der am besten erhaltenen antiken Bergstädte der Türkei, die spektakulär in die zerklüftete Landschaft des Taurusgebirges eingebettet ist. Mit dem Bus ging es hinauf auf 1.000 Meter Höhe, wo unsere Abschlusstour begann.
Von dort aus führte uns der Weg zu Fuß weiter stetig bergauf. Je höher wir stiegen, desto fantastischer wurden die Ausblicke über die wilde Gebirgswelt. Wir passierten das imposante antike Stadttor und wanderten durch Ruinen, die eine faszinierende Geschichte erzählen: Termessos war strategisch so günstig und wehrhaft gelegen, dass selbst Alexander der Große im Jahr 333 v. Chr. an der Eroberung scheiterte und die Stadt als „Adlerhorst“ bezeichnete.
Der absolute Höhepunkt war das Amphitheater, das fast schwebend am Abgrund einer tiefen Schlucht thront. Der Blick von den antiken Rängen über die Gipfel ist schlicht atemberaubend und ließ uns die Anstrengung des Aufstiegs sofort vergessen. Unser Rückweg führte uns schließlich an den mächtigen alten Stadtmauern und den Überresten monumentaler Gebäude vorbei zurück zum Ausgangspunkt.
Diese Wanderung durch die „unbezwingbare Stadt“ war ein wahrhaft würdiges und beeindruckendes Finale für unsere Reise durch die Geschichte und Natur der Türkei.






Nach diesem geschichtsträchtigen Vormittag ging es weiter nach Antalya. Dort hatten wir etwa zwei Stunden Aufenthalt, was nach der einsamen Bergwelt eine willkommene Abwechslung bot. Ganz individuell nach Lust und Laune nutzten wir die Zeit für ein gemütliches Mittagessen, einen Bummel durch die Gassen oder einen entspannten Kaffee.
Am späten Nachmittag kehrten wir schließlich ins Hotel zurück. Mit dem Wissen, dass der nächste Tag ganz im Zeichen der Freizeit stehen würde, ließen wir den vorletzten Abend unserer Reise in aller Ruhe und in geselliger Runde ausklingen. Ein würdiges Finale für ein beeindruckendes Wanderabenteuer.
Diese Wanderreise durch Lykien war eine faszinierende Reise durch die Zeit – von den geheimnisvollen Flammen der Chimäre und den beeindruckenden Felsengräbern von Myra über die versunkene Stadt Kekova bis hin zu den antiken Schätzen von Phaselis und Termessos sowie den Naturwundern des Göynük Canyons bleibt eine Sammlung aus anspruchsvollen Wegen, fantastischen Aussichten und unvergesslichen Eindrücken.